
Große Musik an magischem Ort
Schauspielerin Corinna Harfouch kommt nach Gmund. Foto: Pascal Buenning
Festival in Gmund
Das 36. Internationale Musikfest am Tegernsee vom 2. bis 10. Juli 2025 wird wieder einmal mit Kammermusik der Spitzenklasse und international bekannten Solisten aufwarten. Musikalischer Leiter und Programmverantwortlicher Helge Augstein macht neugierig.
Neun herausragende Veranstaltungen in der Tenne auf Gut Kaltenbrunn sind es in diesem Jahr, wobei der Schwerpunkt der Komponisten bei Franz Schubert und Sergej Rachmaninow liegt. Das habe nichts mit Jubiläen zu tun, von denen er kein Freund sei, sondern vielmehr damit, dass er ein stimmiges Programm zusammenstellen wolle, sagt Helge Augstein.
So wird am 3. Juli Franz Schuberts bekanntes „Forellenquintett“ ertönen, gespielt vom „Ensemble Trouts“ in einer besonderen Besetzung mit einer Violine, Viola, Cello, Kontrabass und Klavier. „Lena Neudauer, Wen Xiao Zheng, Sebastian Klinger, Rick Stotijn und Silke Avenhaus sind Solisten und kein festes Quintett“, erklärt der musikalische Leiter.
Sie haben zu dem Schubertschen Quintett ein Quintett von George Onslow eigens für das Musikfest am Tegernsee hinzugesellt, „wir wollen etwas anbieten, was nicht jeder kennt und es ist eine wunderbare Gelegenheit, dieses spannende klassische Quintett zu hören“. George Onslow ist ein französischer Komponist des 19. Jahrhunderts im Stil der Wiener Klassik. Dieses Konzert wird für das ARD-Radiofestival mitgeschnitten.
Trio Moreau. Foto: Warner
Ganz Franz Schubert gewidmet ist der 9. Juli, wenn das Trio Moreau das 1. und 2. Klaviertrio des Wiener Komponisten darbieten. Der bekannte Cellist Edgar Moreau, erinnert Helge Augstein, habe schon vor Jahren als Solist in der Tegernseer Klosterkirche Bach gespielt. Vor drei Jahren habe er mit seinen beiden Brüdern David und Jeréremié das Trio Moreau gegründet. Auch dieses Konzert wird für das ARD-Radiofestival mitgeschnitten.
„Leidenschaft und Präzision“ ist der Titel des Programms am 6. Juli, wenn die Schauspielerin Corinna Harfouch aus Briefen, Interviews sowie Berichten von und über Sergej Rachmaninow liest. Am Klavier begleitet wird sie von der japanischen Pianistin Hideyo Harada. Als Schülerin von Viktor Merzhano, der bei Rachmaninows Freund Alexander Goedicke studierte, steht sie in direkter Tradition zu Rachmaninow. Aus Wort und Musik formt sich so eine faszinierende Collage, ebenso wie im vergangenen Jahr als die Pianistin die beiden Schauspieler Peter Lohmeier und Thomas Thieme am Liszt-Wagner-Abend begleitete. Sie wird Präludien, Variationen, Etudes-tableau, sowie Sätze 1 und 2 aus der b-moll Sonate darbieten.
Harfenist Xavier de Maistre. Foto: Gregor Hohenberg
Am 4. Juli erklingt der erste Harfen-Soloabend beim Musikfest am Tegernsee mit Xavier de Maistre. Er gelte weltweit als der beste Harfenist, konstatiert Helge Augstein, habe schon einmal kammermusikalisch beim Musikfest gespielt und wird in diesem Jahr Werke von Albeniz, Fauré, Granadas und ganz neu im Programm die „Moldau“ aus dem Zyklus „Mein Vaterland“ von Bedřich Smetana wiedergeben.
Calmus Ensemble. Foto: Anne Hornemann
Ein besonderer Abend werde auch „Zwischen Himmel und Erde“ mit dem Calmus Ensemble aus Leipzig werden, kündigt der Programmgestalter an. Elisabeth Mücksch, Sopran; Maria Kalmbach, Alt; Friedrich Bracks, Tenor; Jonathan Saretz, Bariton und Michael B. Gernert, Bass singen a capella Werke von William Byrd, Max Reger, Johannes Brahms, Charles Villiers Stanford und Clément Janequin.
Alliage Quintett. Foto: Anna Tena
Eine „Venezianische Maskerade“ erwartet das Publikum am 5. Juli, wenn die berühmte Klarinettistin Sabine Meyer mit dem Alliage Quintett debütiert. „Das ist ein neues Programm unter dem Titel ‚Viva l´opera‘“, erklärt Helge Augstein, „und ihr Ehemann Reiner Wehle moderiert den Abend“, an dem Musik von Monteverdi, Rossini, Offenbach, Verdi und Saint-Saëns sowie Commedia dell’arte mit Werken von Mozart, Strawinsky und Milhaud erklingen wird.
Das Abschlusskonzert gestalten Lukas und Arthur Jussen, keine Unbekannten am Tegernsee. Die beiden Pianisten haben dafür noch einmal Werke von Franz Schubert und Sergej Rachmaninow neben Edvard Grieg und Hannah Kulenty ausgewählt.
Das Eröffnungskonzert am 2. Juli unter dem Patronat der Gemeinde Gmund anlässlich ihres Jubiläums zum 950. Geburtstag wird Mao Fujita gestalten. Der junge japanische Pianist startet mit weniger bekannten 24 Préludes von Alexander Skriabin, spielt dann 12 Variationen auf das Lied “Ah, vous dirai-je, Maman“ von Wolfgang Amadeus Mozart und schließt mit der „Appassionata“ von Ludwig van Beethoven.
Ballett am See. Foto: Stephan Roeder
Auch der Abend am 7. Juli ist dem Jubiläum der Gemeinde Gmund gewidmet. „Es ist eine Gastveranstaltung der Gemeinde Gmund“, erklärt Helge Augstein. Aus diesem Anlass habe die Ballettschule am See unter Leitung von Irene Gwisdalla der Gemeinde eine Aufführung geschenkt. Unter dem Titel “Die verschwundenen Dinge“ tanzen Kinder und jugendliche Elevinnen nach der Musik von Brahms, Schumann, Mendelssohn-Bartholdy, Pachelbel, Massenet, Delibes, Police, Pat Boone und den Beatles.
„Das ist eine Fortsetzung unserer Kinderkonzerte“, meint der Programmleiter, denn die Aufführung zwar mit Musik vom Band richte sich an Kinder.
Eine Fortsetzung indes der Innenhofkonzerte von Gut Kaltenbrunn wird es nicht geben. Zu viele Nebengeräusche, meint Helge Augstein. Er hoffe, irgendwann wieder einmal ein Open Air Konzert auf Schloss Ringberg anbieten zu können, aber das sie schwierig, da das Scloss zumeist ausgebucht sei.
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